Die Streitereien würden kaum so lange dauern, würde die Schuld nur auf einer Seite stehen. [496] Es erfordert grössere Tugenden, das gute Geschick zu ertragen als das Böse. [25] Das Schweigen ist der sicherste Entschluss desjenigen der sich selbst nicht traut. [79]
Die Philosophie bezwingt leicht das vergangene und zukünftige Böse aber erliegt dem gegenwärtigen. [22] Es ist ebenso leicht, sich selbst zu täuschen, ohne es zu merken, wie es schwer ist, andere zu täuschen, ohne dass sie es bemerken. [115] Beurteilt man die Liebe grösstenteils anhand seiner Entfaltungen, gleicht es mehr dem Hass als der Freundschaft. [72]
Es gibt kaum so unglückliche Gegebenheiten aus denen ein kluger Mensch nicht etwas zu seinem Gunsten kehren kann, noch so glückliche Gegebenheiten dass ein unvorsichtiger Mensch nicht zu seinem Ungunsten kehren kann. [59] Obwohl die Menschen sich ihrer grossen Taten rühmen, entspringen sie selten aus einem grossen Plan, sondern entspringen dem Zufall. [57] Warum können wir uns an die kleinste Einzelheit eines Erlebnisses erinnern, aber nicht daran, wie oft wir es ein und derselben Person erzählt haben? [313]
Nur wenige Menschen sind klug genug um hilfreichem Tadel dem nichtssagendem Lob vorzuziehen. [147] Greise geben gern gute Lehren, um sich zu trösten, dass sie nicht mehr im Stande sind, schlechte Beispiele zu geben. [93] Wir lieben immer die Menschen, die uns bewundern. Aber nicht immer die, die wir bewundern. [294]
François de La Rochefoucauld